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1946 - Die Innovation für Brauereien

1946 – Die Innovation für Brauereien

Die Geschichte der Firma Sigrist-Photometer AG begann im Jahre 1946, als der Firmengründer Dr. Ing. Willy Sigrist (21.3.1907 – 1.8.1988) in Ennetbürgen ein Trübungsmessgerät zur kontinuierlichen Überwachung der Bierfiltration entwickelte.

Schon damals galt die Trübung im Bier als Qualitätsmerkmal. Sie war jedoch während des Bierbrauprozesses nicht messbar. Denn photometrische Messungen gab es zu jenem Zeitpunkt nur für Einzelproben im Labor. Die einzig mögliche Qualitätskontrolle während des Prozesses erfolgte somit optisch mit dem geschulten Auge des Bierbrauers.

Erstes On-line Trübungsmessgerät

Als sich eines Tages der Gründer der heutigen Filtrox AG in St. Gallen mit einem Auftrag an Dr. Sigrist wandte, änderte sich dies schlagartig. Er fragte ihn für die Entwicklung eines On-line Messgerätes an, um die Wirksamkeit seiner qualitativ hochwertigen Filter bei der Bierfiltration exakt messen zu können. Nicht nur die gemeinsame Studienzeit an der Polytechnischen Hochschule in Zürich verband die beiden – es war auch der Anspruch an ein qualitativ hochwertiges, zuverlässiges und präzises Produkt.

Das Sigrist-Ur-Gerät

Dr. Sigrist entwickelte daraufhin ein solches Gerät, mit vollster Zufriedenheit seitens Filtrox, und legte damit den Grundstein für die innovative Flimmerspiegeltechnologie und zeitgleich für eine über 80-jährige Erfolgsgeschichte – die der Sigrist-Photometer AG.

Prinzip der Flimmerspiegeltechnologie

Zu jener Zeit stellte die Herstellung eines präzisen und langzeitstabilen Messgerätes eine grosse Herausforderung dar. Weder die Lichtquellen noch die optischen Detektoren oder Verstärker waren langzeitstabil.

Grafische Darstellung des Prinzips der Flimmerspiegeltechnologie

Die Idee lag darin, mit Hilfe eines Flimmerspiegels den Lichtstrahl in zwei Strahlen aufzuteilen. Der eine Strahl wurde durch die Messzelle zur Photozelle geleitet, der andere diente als Referenzstrahl. Mit Hilfe einer optischen Blende konnte die Intensität angepasst und der Messwert bestimmt werden.


Bereits damals legte Sigrist Wert auf beste Qualität. Die Flimmerspiegel wurden vor dem Einbau drei Monate getestet. Neben der Röhrenelektronik war der Anteil an mechanischen Bauteilen enorm – bis zu 10'000 Einzelteile pro Gerät.

K-Geräte und C-Serie

Mit der Transistorisierung in den 80er Jahren wurden die K-Geräte (K wie KOMPAKT) entwickelt.

Links: KTL 30 für die finale Qualitätssicherung im Labor Rechts: KT3011 SO für die Trübungsmessung im Bierbrauprozess.


Ende der 90er Jahre wurden diese durch die neue C-Serie ersetzt. Es wurde ein Mess- und Referenzkanal eingefügt. Erstmalig wurden absolute Lichtpegel gemessen. Diese Technik ermöglichte eine Erhöhung der Empfindlichkeit der Geräte um Faktor 10. Der Dynamikbereich konnte massiv vergrössert, so dass auf eine optische Messbereichsumschaltung verzichtet werden konnte. Die C-Geräte waren an den gekürzten Basisgeräten und den rostfreien Gehäusen erkennbar.

Das SIGRIST Trübungsmessgerät CT3011 SO

Die Sigrist Photometer wurden inzwischen nicht mehr nur in Brauereien eingesetzt. Mit den dann entwickelten Geräten der neuen Generation kamen anwenderspezifische Geräte ins Portfolio. Das erste Produkt dieser Gerätefamilie war das WTM 500. Ein Trübungsmessgerät zur Messung von Trinkwasser im freien Fall. Für den Bierbrausektor wurde das DualScat entwickelt, welches für Sigrist bis ins Jahr 2009 das wichtigste Gerät war und bei einigen Sigrist-Kunden heute immer noch im Einsatz ist. Die Innovation dabei war, dass man das Gerät direkt an ein Standard-Gehäuse anschliessen, sprich einfach und kompakt in eine Produktleitung integrieren konnte. So war eine einfache und hygienische Installation als auch eine optimale Reinigungsfähigkeit z.B. im Bierfiltrationsprozess gegeben.

Das kompakte, direkt in eine Produktleitung integrierbare Trübungsmessgerät DualScat

Beim DualScat wurden erstmalig mehrere Detektoren verwendet, was die gleichzeitige Messung von Durchlicht, 90°-Streulicht und 25°-Vorwärts-Streulicht ermöglichte. Mit Hilfe der Durchlichtmessung konnte eine farbbedingte Absorption im Medium, Fensterverschmutzung und Schwankungen der Lichtquelle kompensiert werden. Um die Langzeitstabilität sicherzustellen, verfügte jedes DualScat über eine Feststoff-Kontrolleinheit, mit der die Stabilität des Gerätes einfach verifiziert werden konnte. Und die Geräte waren stabil! Ein bei Sigrist noch immer im Einsatz stehendes DualScat hat inzwischen 170’000h Betriebsstunden und die Messwerte müssen weniger als 2% für eine korrekte Kalibrierung korrigiert werden.

Der optische Aufbau war sehr kompakt, die Elektronik entsprach den neuesten Anforderungen und die mechanische Adaption an die Prozessleitung sehr einfach. Das Gerätevolumen konnte um Faktor 10 gegenüber dem Vorgängermodell verkleinert werden.

Parallel zum DualScat wurde im Jahre 1999 ein neues Laborgerät entwickelt - das LabScat. Auch hier machte das Gerät, hinsichtlich des Vorgängermodells KTL 30, in Sachen Optik und Technologie ein enormer Sprung und ist bis heute als Gerät der 2. LabScat-Generation, dank stetigen Weiterentwicklungen und Optimierungen, Teil des Sigrist Bierbrau-Portfolios. Das 2-Winkel Labor-Trübungsmessgerät bildet die optimale Ergänzung zu den Prozessmessgeräten hinsichtlich abschliessender Qualitätssicherung im Labor.

Das kompakte 2-Winkel Labor-Trübungsmessgerät LabScat 2 mit sehr hohem Messumfang (0 – 500 EBC)

Das Gerät ist sehr kompakt aufgebaut und ist schnell und ohne Werkzeuge zu reinigen. Zudem ermöglicht eine Ventileinheit die Totalentleerung des Wasserbades. Diese Eigenschaften führen zu folgenden Nutzen:

  • Einem geringen Platzbedarf auf dem Labortisch
  • Einer Messbarkeit aller gängigen Flaschen

Die überzeugende Messtechnik zeigt sich in der Kombination von hochwertigen, optischen Komponenten mit der bewährten Zweistrahlmesstechnik. Sie ermöglicht eine extrem tiefe Grundaufhellung. Die Flasche oder Küvette wird bei Messbeginn zentriert und während der Messung im Wasserbad rotiert. Damit wird folgendes erreicht:

  • Einer stabilen Messung von wenigen mEBC bis 500 EBC (z.B. für dunkle Weissbiere) auch bei 0 °C
  • Einer Reduktion von Störeinflüssen der Flaschen, welche eine präzisere Messung garantiert
  • Einer Kompensation von Fensterbelägen und Farbeinflüssen durch Flaschen und Medium

TurBiScat – a star is born

Seit 1946 ist der Name Sigrist-Photometer AG fest mit der Trübungsmessung in der Bierfiltration verbunden. Auch unser Anspruch an höchste Qualität und Präzision, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit pflegen wir nun seit 80 Jahren. Dies zeigt sich in der kontinuierlichen Optimierung von bestehenden und Entwicklung von neuen Produkten. So kam 2009 eine weitere Innovation in das Sigrist Portfolio hinzu – das TurBiScat. Mit seiner Kombination aus präziser Zweiwinkelstreulichtmessung, Farbmessoption und annähernder Wartungsfreiheit ist unser in-line Prozess-Trübungsmessgerät optimal auf die heutigen Ansprüche unserer internationalen Kunden abgestimmt.

Das Geheimnis des hohen Qualitätsstandards liegt in der «Swissness». Die Geräte werden bei uns am Hauptsitz in Ennetbürgen entwickelt, produziert und vor dem Versand nach strengen Qualitätsstandards gemäß ISO 9000:2008 einzeln geprüft.

Die ausgeklügelte Gerätekonstruktion zusammen mit der Verwendung von qualitativ hochstehenden optischen Komponenten ermöglicht die unerreichte Präzision der Messung. Unser TurBiScat erreicht dadurch eine Auflösung von 0.001 EBC mit einer Wiederholbarkeit von ±0.001 EBC. Die Reproduzierbarkeit zwischen 2 Geräten beträgt ±0.02 EBC mit einer kurzen Reaktionszeit von weniger als zwei Sekunden (Sprungantwort).

Das TurBiScat bestimmt die Trübung optimal farbkompensiert mittels 650 nm Streulichtmessung und ist dadurch MEBAK/EBC konform. Angepasst an die individuellen Bedürfnisse und Applikationen deckt das Gerät einen Messbereich von 0 – 1000 EBC ab und kann variabel für die Ein- oder Zweiwinkelmessung eingesetzt werden, wobei die Aussagekraft der Trübungsmessung durch die Zweiwinkelmessung enorm gesteigert werden kann. So sind neben der üblichen Filtrationsüberwachung bei 90° mit dem zusätzlichen 25° Messwinkel folgende zwei Qualitätskontrollen möglich:

  • Kontrolle des Filteraufbaus
  • Frühzeitige Warnung vor einem Filterdurchbruch

Optional kann das TurBiScat mit einer integrierten MEBAK/EBC/ASBC konformen Farbmessung (430 nm) bis 50 EBC/SRM 25.4 ausgerüstet werden. Durch diese flexible 3-in-1-Integrationsmöglichkeit ergeben sich einerseits Kostenvorteile in der Anschaffung und andererseits Einsparungen bei den Prozessanschlüssen. Ein weiterer Vorteil sind die dadurch möglichen zahlreichen Anwendungen im Sudhaus, über Filterkeller bis hin zum Drucktank.

Links: PhaseGuard ST-40, Mitte: TurbiGuard AD 40, Rechts: TurbiScat PM 40

Parallel wurde das Portfolio mit weiteren anwendungsspezifischen Geräten zur Überwachung des Brauprozesses ergänzt. PhaseGuard, TurbiGuard und ColorPlus wurden weiterentwickelt und sind heute – genau wie das TurBiScat – in der 2. Gerätegeneration in Brauereien erfolgreich im Einsatz.

Wie die Geräte optimal den Braumeister beim Brauen unterstützt, zeigen wir in späteren Beiträgen.

Informationen zu den einzelnen Geräten und Anwendungen sind auf unserer Webpage zu finden: www.sigrist.com.

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